Kleine Anhänger sind besonders bei einer Überladung gefährlich

(05.04.2012)

Wer sich einen kleinen Anhänger vom Baumarkt oder einer Tankstelle leiht, läuft eher Gefahr diesen zu überladen – dies kann fatale Folgen haben.

Ein falsch beladener Hänger kann schnell ein ungewolltes Eigenleben entwickeln. Foto: ADAC/Auto-Reporter.NET

Ein ADAC-Test hat ergeben, das gerade kleine Anhänger, wie sie von Baumärkten oder Tankstellen verliehen werden, für ungeübte Autofahrer schnell zu einer Gefahr werden können.
Bereits geringfügige Überladungen können ein Gespann komplett ins Schleudern bringen und ESP*-Systeme (*Elektronische Stabilitätssysteme) überfordern. Gerade wenn die Lasten schlecht verteilt sind, gerät das Zugfahrzeug leicht aus der Spur. Beim Test mit einer relativ leichten Überladung von 30 Kilogramm schwenkte der Anhänger so stark aus, dass er mit dem Heck des Autos kollidierte.
Das Stabilitätsprogramm ESP konnte die Situation nicht mehr kontrollieren, und dies bereits bei einer Fahrgeschwindigkeit von 80 km/h. Der Bremsweg verlängerte sich allein durch die Überladung um 2 Meter.

Auch die Stützlast des Hängers spielt eine wesentliche Rolle. Die lässt sich beispielsweise mit einer Personenwaage überprüfen, da die maximale Stützlast meist bei höchstens 100 kg liegt. Vor allem wenn der Anhänger im hinteren Bereich zu schwer beladen ist und die Hinterachse des Zugfahrzeugs entlastet wird, verändert sich die Fahrzeugbalance und damit das Fahrverhalten des ganzen Gespanns. Auch das ESP wirkt dann nicht mehr so effektiv.

Selbst bei einem korrekt beladenen Anhänger verändert sich das Fahrverhalten. Muss der Fahrer plötzlich ausweichen, kann der Anhänger aus der Spur geraten und nach außen driften. Autofahrer sollten darauf achten, dass zum einen die Ladung zuverlässig gesichert ist, zum anderen aber auch das Gesamtgewicht und die Gewichtsverteilung den Vorgaben entsprechen. Wie viel Beladung zulässig ist, steht in der Bedienungsanleitung, den Fahrzeugpapieren und auf den Typenschildern, die am Anhänger sichtbar angebracht sind.

Wer die zulässige Beladung im Anhänger um mehr als 30 Prozent überschreitet, muss mit einem Bußgeld von mindestens 235 Euro und drei Punkten in Flensburg rechnen. Bei Anhängern unter zwei Tonnen zulässiges Gesamtgewicht wird eine Überladung bis fünf Prozent toleriert; bei schweren Anhängern kostet das bereits 30 Euro Bußgeld.

(Via: Auto-Reporter.NET/sr)

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